Banker, lasst die Hosen runter!

Wie kurze Hosen zum Klimaschutz beitragen können – und wieso Banker verdammt nochmal ihren Anteil leisten sollten.

Durchwegs herbstlicher Ausblick aus unserem Büro.

Schluss. Aus. Das war´s. In der Schweiz, Europa und auf der gesamten Nordhalbkugel hat seit gestern, 23. September, Punkt 09:50 Uhr, der Herbst begonnen (selbst Google liess zu diesem Anlass ein Doodle springen). Der Sommer ist nun also offiziell zu Ende. Und was war das wieder für einer. Nach einem etwas holprigem Start, ächzte anschliessend beinahe ganz Europa unter neuen Rekordtemperaturen. Auch wir bei Chimpy kamen in unserem Zürcher Büro ganz schön ins Schwitzen. Was macht man in solchen Fällen? Genau, sich ausziehen. Oder zumindest fleissig ablegen.

Shorts. Der Horror der Arbeitswelt.
Während Frauen an ihrem Arbeitsplatz problemlos unter anderem zu Kleidern und Röcken greifen können, sieht die Lage für Männer etwas anders aus. Denn sobald das Thermometer im Büro Richtung 30 Grad klettert, stehen Männer vor einer misslichen Lage. Kurze Hosen sind nach wie vor in vielen Berufsfeldern ein No-Go. Sie sind verpönt, sozusagen ein Offenbarungseid des schlechten Geschmacks, der Inbegriff des Untergangs der Zivilisation. Weil das männliche Beinkleid im Büro lang bleiben muss, die Temperaturen in den Sommermonaten aber zunehmends in die Höhe schiessen, führt das unweigerlich dazu, dass Klimaanlagen immer öfter und länger zum Einsatz kommen. Das wiederum steigert seit vielen Jahren den Energieverbrauch. So soll sich bis ins Jahr 2050 der weltweite Stromverbrauch für Kühlung vermutlich verdreifachen, sollten die Geräte nicht effizienter werden [1].
 Fachleute vom Rocky Mountain Institute gehen sogar davon aus, dass allein Klimaanlagen in Wohnräumen die Erde bis ins Jahr 2’100 um ein halbes Grad Celsius erwärmen werden [2]. Was also tun?

Wäre es nicht besser, auch Männer dürften sich dem Wetter entsprechend anziehen, ohne eine Abmahnung oder zumindest verächtliche Blicke zu riskieren? Im Namen des Klimaschutzes: Verdammt nochmal ja!
Seit Jahren schon gehen wir mit gutem Beispiel in Shorts voran. „Kurze Hose und stolz darauf“, lautet unser Schlachtruf. Denn für den Klimaschutz zeigen wir gerne mehr Bein – und der Klimaanlage die kälteste Schulter. Das spart Energie und trägt zum Klimaschutz bei.

       
(Nicht alle stolzen Short-Träger haben es auf das Foto geschafft, ein Paar Shorts machte bspw. dieses Foto) 


Banker als Klimaretter? Wir sind für eine neue Kleidervorschrift. 
Doch was wäre erst möglich, wenn nicht bloss das kleine Chimpy Office beim Einsatz von Klimaanlagen sparen würde, sondern ganze Gebäude, ganze Industrien? Als Rechenbeispiel haben wir eine Branche hergenommen, die nicht unbedingt dafür bekannt ist, die Welt zu retten: Die Bankenbranche. Sie ist dafür umso bekannter für ihre strengen Kleidervorschriften (unsere Hausbank bitten wir an dieser Stelle sicherheitshalber schon mal um Verzeihung).

Wir von Chimpy sehen anhand unseres eigenen Beispiels: Wenn es Männern erlaubt ist, kurze Hosen zu tragen, ist es ihnen klarerweise auch schlagartig nicht mehr so heiss. Die Nutzung der Klimaanlage kann bei Banken so an zahlreichen Tagen eingespart werden, schliesslich machen Männer 62 % der Belegschaft im Schweizer Bankensektor aus [3]. Durch einen häufigeren Verzicht auf die Klimaanlage könnten so alleine in der Schweiz so knapp 21,3 Millionen Kilowattstunden eingespart werden (siehe Rechnung unten). Zum Vergleich: Das entspricht dem jährlichen totalen Stromverbrauch von über 3’000 Schweizerinnen und Schweizern [4] beziehungsweise ist mehr, als der jährliche Stromverbrauch der gesamten Gemeinde Murgenthal AG. “Und was ist mit den Frauen?“, hören wir bereits rufen. Wir gehen davon aus, dass Frauen tatsächlich ebenfalls gerne öfters auf die Klimaanlage verzichten würden – sie frieren wissenschaftlich bewiesen leichter, als Männer [5]. Also Win-Win-Win für Männer-Frauen-Klima, sehr schön.

Wir fordern deshalb: Schluss mit den Eitelkeiten, her mit der Kurze-Hose-Pflicht für Banker.
Multipliziert man die 21,3 Millionen kWh Ersparnis übrigens noch mit den dadurch verursachten 181.5 g CO2 pro kWh [6] ergibt das knapp 3’865 Tonnen CO2. Dabei entspricht 1 Tonne CO2 einer Fahrt von 7’750 Kilometern mit den neuesten VW Golf Modellen [7]. Wenn man den Verbrauchswerten von VW glauben schenken mag (*hust*) macht das in Summe knapp 30 Millionen Kilometer, oder mal eben 748 Weltumrundungen im Golf (Banker können sich an dieser Stelle auch gerne ausrechnen, wieviel Asche man an Energiekosten sparen könnte).

Milchbüchleinrechnung? Vielleicht. Natürlich hat sie keinen Anspruch auf absolute Richtigkeit. Dafür sind wir zu wenig leidenschaftliche Mathematiker und Wissenschaftler und zu sehr einfach ein paar Dudes in Shorts. Wir haben diese Rechnung jedenfalls nach bestem Wissen und Gewissen aufgestellt und waren dabei mit unseren Quellenangaben bestimmt genauer als so mancher Politiker bei seiner Dissertation [8]. Wir laden aber gerne dazu ein, eine eigene Rechnung aufzustellen – auch die lieben Leute der grossen Bankhäuser. Mit Zahlen sollte es bei ihnen ja klappen. Ergebnisse bitte an shortsforclimate@heychimpy.com (#shortsforclimate). Wir freuen uns darauf. Und wer weiss: Vielleicht retten Banker schon bald zwar auch in Zukunft wie gewohnt lieber ihren Bonus als die Erde, tragen aber zumindest ein kleines Stückchen dazu bei, den Klimawandel auf ihr zu stoppen. Na dann mal bis zum nächsten Sommer!


Und so haben wir gerechnet: 

Der Energieverbrauch von Klimaanlagen ist für den Laien (uns) nicht einfach zu berechnen. Bankengebäude sind keine beschaulichen Wohnräume, sondern oftmals stattliche Gebäude. Für sie gibt es allerhand Klimaanlagen, wie zentrale und dezentrale Klimaanlagen, raumlufttechnischen Anlagen (RLT) oder alternativ dazu aktive/passive Kühlung mit Wärmepumpen [9,10,11]. Um hier exakte Zahlen zur Kühllastberechnung aufzustellen, müsste man: Verluste durch die Gebäudehülle, Interne Lasten wie Maschinen und Menschen, Einstrahlung durch die Sonne abzüglich allfällige Beschattung, herunterkühlen des Anteils Aussenluft, hygienische Luftwechsel und vieles mehr einberechnen. Puh, also viel Zeug, das man berücksichtigen muss. Wir haben es uns etwas einfacher gemacht und mit dem HLKS-Ingenieur (Heizung-Lüftung-Klima-Sanitär ) unseres Vertrauens gesprochen. Das Ergebnis: wir haben für unsere Rechnung den Wert von 30 Watt Kühlleistung für 1m³ Raum genommen, das wiederum ergibt 10 Watt Stromverbrauch pro Stunde Kühlung. 

Je nach Region kann es in der Schweiz bis zu über 80 Sommertage mit Temperaturen von mehr als 25 Grad Celsius haben [12]. Für die Rechnung nehmen wir für uns einen Durchschnittswert von 70 Tagen an. Gehen wir davon aus, dass davon 70% Arbeitstage sind, ergibt das 49 Tage, in den die Klimaanlage zum Einsatz kommt. 

Gehen wir davon aus, dass die Anlage 8 Stunden am Tag genutzt wird, sind das in Summe 392 Stunden. In der Schweiz beträgt der durchschnittliche Büroflächenverbrauch in der Finanzdienstleistungs-Branche 20m² pro Person [13]. Derzeit sind Schweizweit 90’660 Menschen im Bankensektor beschäftigt [3]. Daraus ergibt sich eine geschätzte Bürofläche von 1’813’200m². Gehen wir davon aus, dass die Beschäftigten in Räumen mit einer Mindestraumhöhe von 3,00 m arbeiten, so ergibt sich ein Raumbedarf von 5’439’600 m³. Multipliziert mit dem Energieverbrauch von 10 Watt pro Stunde pro m³ und multipliziert das Ergebnis mit der Einsatzzeit von 392 Stunden, ergibt das einen gesamten Energieverbrauch von 21’323’232’000 Wattstunden oder 21’323’323 kWh. 


*
Rechtschreibfehler sind wie immer gewollt oder werden billigend in Kauf genommen. Grammatik-Freaks schreiben bitte an: heychimpylerntmalschreiben@iamnotfunatparties.nowhere

 

 

QUELLEN:
1. IEA „The future of cooling“ 
https://www.iea.org/futureofcooling/

2. Rocky Mountain Institue
https://rmi.org/wp-content/uploads/2018/11/Global_Cooling_Challenge_Report_2018.pdf

3. Bericht «Die Banken in der Schweiz 2018» der SNB. https://www.snb.ch/de/mmr/reference/banks_2018/source/banks_2018.de.pdf

4. Statistikportal Statista
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/291728/umfrage/pro-kopf-stromverbrauch-der-schweiz/

5. FAZ
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftswissen/deshalb-frieren-frauen-im-buero-eine-studie-13733835.html

6. BAFU
https://www.bafu.admin.ch/bafu/de/home/themen/klima/klimawandel–fragen-und-antworten.html#-1202736887

7. VW Golf Verbrauch
https://www.volkswagen.at/modelle/124g-modelle/golf

8. Guttenberg

https://de.wikipedia.org/wiki/Plagiatsaffäre_Guttenberg

9. Klimanlagen-Typen
https://www.kampmann.de/hvac/einsatzbereiche/buerogebaeude

10. Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Klimaanlage


11. Baunetzwissen
https://www.baunetzwissen.de/gebaeudetechnik/fachwissen/kuehlen-klimatisieren

12. Hitzetage
http://www.meteozurich.ch/?tag=hitzetage

13. Studie «Büromarkt 2017» des Immobilienberaters JLL
https://www.jll.ch/de/trends-and-insights/research/buromarkt-schweiz-2017


14. “Boy that escalated quickly” Meme inspired by Anchorman
https://en.wikipedia.org/wiki/Anchorman:_The_Legend_of_Ron_Burgundy

 

We like Dogs! We love Underdogs!

Chimpy heiratet zwar nicht, wird aber Partner der SC Rapperswil Jona Lakers. Zumindest Lebensabschnittspartner. Doch warum genau engagiert sich das Unternehmen für das Eishockeyteam aus der Rosenstadt? 

Unser Logos auf dem Rappi-Auswärts-Shirt soll nicht nur verdammt geil aussehen, sondern auch die gegnerischen Stürmer gehörig ablenken.

Ja, wir mögen Hunde. Oder wie man auf Englisch sagt: Dogs. Das gilt sowohl für Hotdogs als auch für an Bäume schiffende Pudel. Das geht sogar soweit, dass in internen Tischtennis-Battles der Ausdruck “du Hund” als Kompliment für einen schönen Winner verwendet wird. 

Doch von allen Dogs lieben wir eine Spezies ganz besonders: die Underdogs! Wohl auch, weil wir auch mal einer waren, “Und bezahlen tut das Papi”. Dieser Satz fiel beispielsweise in einer Sitzung mit einer grösseren Firma, an der es um eine mögliche Partnerschaft ging. 

Unterschätzt, erfolglos, kein Cash für anständige Arbeitsgeräte und eine Mutter, die ständig meckert, man soll doch mal “etwas richtiges” machen. Man kann sagen (wenn man dabei mit einem Auge zwinkert), als Startup Gründer geht es einem wie einem Eishockeyspieler bei den SC Rapperswil Jona Lakers. Nur das deren Arbeitsgeräte eigentlich ganz ordentlich sind. 

Und weil wir uns das “Underdog-Sein” zu Nutze gemacht haben und zumindest die Müttern jetzt nicht mehr stänkern, glauben wir auch, dass die Lakers dies in dieser Saison schaffen. Mit geilem Teamspirit, mit tollen Fans und einer Stadt im Rücken, in der es sich an fast jedem lauen Sommerabend wunderbar knutschen lässt. Darum lassen wir eine gigantische Stange Geld springen und unterstützen damit die SCRJ Lakers. Aber nicht nur finanziell, sondern auch mental, als Brüder im Geiste quasi. 

Wir mögen Dogs aller Art. Am liebsten Underdogs. Sehen weniger lecker aus, haben aber auch keinen Senf.

Unseren Service gibts deshalb übrigens auch in der St. Galler Kantonalbank Arena. Schliesslich werden die Fans spätestens in der Belle des Playoff-Final gehörig Akku brauchen, wenn es gegen den Zug oder den SCB in die 12. Verlängerung geht und der Meisterpot von den Rappi-Spielern bei Sonnenaufgang dann endlich Richtung Stadiondach erhoben wird.

C’mon Jungs! Holt euch den Pot, erobert die Herzen der Fans, ja die Welt – oder verhindert zumindest den Abstieg! Wir glauben an euch, ihr Hunde, die wir so lieben!